Definition
Das Seehandbuch ist ein amtliches Nachschlagewerk des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), das ein Seegebiet beschreibt. Es enthält Angaben zu Schifffahrtsangelegenheiten, Naturverhältnissen, Küstenkunde und Segelanweisungen.
Seehandbuch einfach erklärt
Die Seekarte zeigt dir Tiefen, Tonnen und Küstenlinie. Was sie nicht zeigt, steht im Seehandbuch: Beschreibungen des Reviers in Textform. Der Begriff ist die amtliche Revierbeschreibung der Seefahrt. Das BSH gibt Seehandbücher heraus, jeweils für ein bestimmtes Seegebiet, und gliedert sie grob in drei Themen: Schifffahrtsangelegenheiten, Naturverhältnisse sowie Küstenkunde und Segelanweisungen.
Für die Törnplanung ergänzt das Seehandbuch die Karte. Wo die Karte nur Symbole zeigt, erklärt der Text, worauf du in diesem Revier achten musst. Das gilt auch für Gezeitenströme: Informationen dazu findest du in Seehandbüchern, in Gezeitenstromatlanten und in den Gezeitenstromtabellen der Seekarten.
So begegnet dir Seehandbuch an Bord
Du planst einen Törn in ein Revier, das du nicht kennst. So gehst du vor:
- Das Seehandbuch für dein Seegebiet bereitlegen und die Gliederung überfliegen.
- Im Teil Küstenkunde und Segelanweisungen die Küstenabschnitte und Ansteuerungen deiner Route lesen.
- Bei den Naturverhältnissen nachlesen, was dich im Revier erwartet, etwa bei Strömungen.
- Seekarte und Seehandbuch nebeneinander legen und Auffälligkeiten in der Karte markieren.
Für mittlere Windverhältnisse zu bestimmten Jahreszeiten oder Monaten nennt der Katalog dagegen Hafen- und Revierführer sowie Monatskarten. Das Seehandbuch ist also nicht die einzige Quelle, aber eine amtliche.
Das musst du für die SKS-Prüfung wissen
- Die Seehandbücher des BSH gliedern sich grob in Schifffahrtsangelegenheiten, Naturverhältnisse sowie Küstenkunde und Segelanweisungen.
- Informationen über Gezeitenströme in Küstengewässern findest du unter anderem in Seehandbüchern.
- Weitere Quellen dafür sind Gezeitenstromatlanten und Gezeitenstromtabellen in Seekarten.
- Mittlere Windverhältnisse zu Jahreszeiten findest du in Hafen- und Revierführern sowie in Monatskarten.
Typische Fehler
- Nur die Seekarte nutzen: Hinweise zur Ansteuerung und zu den Naturverhältnissen fehlen dir dann.
- Seehandbuch und Seekarte verwechseln: Das Handbuch beschreibt in Text, die Karte stellt grafisch dar.
- Das Handbuch eines anderen Seegebiets verwenden: Die Angaben gelten nur für das jeweils beschriebene Revier.
- Beim Thema Gezeitenströme nur an Seekarten denken: Auch Seehandbücher und Gezeitenstromatlanten sind Quellen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Seekarte | Grafische Darstellung von Tiefen, Tonnen und Küste; das Seehandbuch ergänzt sie durch Text. |
| Nachrichten für Seefahrer (NfS) | Wöchentlich erscheinende Mitteilungen des BSH, vor allem zur Berichtigung von Karten, kein Revierwerk. |
| Hafen- und Revierführer | Der Katalog nennt sie als Quelle für mittlere Windverhältnisse; sie sind nicht das amtliche Seehandbuch des BSH. |
Kurz gemerkt
Seehandbuch = BSH-Revierbeschreibung in drei Teilen: Schifffahrtsangelegenheiten, Naturverhältnisse, Küstenkunde und Segelanweisungen. Auch für Gezeitenströme eine Quelle.
Häufige Fragen
Wer gibt das Seehandbuch heraus?
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Die Seehandbücher beschreiben jeweils ein Seegebiet.
Wo finde ich Informationen über Gezeitenströme?
In Gezeitenstromatlanten, Seehandbüchern und in den Gezeitenstromtabellen der Seekarten, die auf die Hochwasserzeit des dort genannten Bezugsorts bezogen sind.
Fragen aus dem SKS-Fragenkatalog
- Welche Themen (Grobgliederung) enthalten die Seehandbücher des BSH?
- Wo können Sie Informationen über Gezeitenströme in Küstengewässern finden?
- Sie wollen einen Törn in einem für Sie fremden Küstenrevier fahren. Wie können Sie sich über mittlere Windverhältnisse für bestimmte Jahreszeiten oder Monate informieren?