Definition
Die Kartenberichtigung ist das Verfahren, mit dem Seekarten und Seebücher auf den neuesten Stand gebracht werden. Grundlage sind amtliche Bekanntgaben wie die Nachrichten für Seefahrer, die Veränderungen im Seegebiet melden.
Kartenberichtigung einfach erklärt
Eine Seekarte ist eine Momentaufnahme. Tonnen werden verlegt, Feuer geändert, Wracks entdeckt. Damit die Karte an Bord noch stimmt, müssen diese Änderungen laufend eingearbeitet werden. Das ist Pflicht des Schiffsführers: Vor Reiseantritt musst du auf die Vollständigkeit der Unterlagen und deren Berichtigung auf den neuesten Stand achten.
Die zentrale Quelle sind die Nachrichten für Seefahrer (NfS). Sie werden vom BSH in Heftform und im Internet herausgegeben und erscheinen einmal wöchentlich. Inhaltlich geben sie für die sichere Schiffsführung wichtige Maßnahmen, Ereignisse und Veränderungen bekannt – auf den Seeschifffahrtsstraßen, auf hoher See sowie in den Hoheitsgewässern anderer Staaten im europäischen und angrenzenden Bereich. Für britische Seekarten, die von den NfS nicht erfasst werden, stehen die britischen Notices to Mariners zur Verfügung.
So begegnet dir die Kartenberichtigung an Bord
Du übernimmst eine Charteryacht und willst wissen, ob dem Kartensatz zu trauen ist. So prüfst du das:
- Bei deutschen Karten den Berichtigungsstempel suchen – vom BSH oder einer amtlichen Seekartenberichtigungsstelle.
- Bei britischen Karten auf die Rückseite schauen – dort steht der Berichtigungsstempel.
- Den Stempel lesen. „Corrected up to N.T.M. 3595 1998″ heißt: berichtigt bis zur Mitteilung Nummer 3595 der Admiralty Notices to Mariners aus dem Jahr 1998.
- Prüfen, ob seither Ausgaben erschienen sind, die noch nicht eingearbeitet wurden.
- Zusätzlich die noch gültigen P- und T-Nachrichten heraussuchen – die stehen nämlich nicht in der Karte.
Der letzte Punkt ist der, den man am leichtesten übersieht. P-Nachrichten kündigen eine bevorstehende Maßnahme an, das P steht für preliminary. T-Nachrichten unterrichten über einen zeitweiligen Zustand, temporary. Wegen ihrer begrenzten Geltungsdauer werden auf ihrer Grundlage keine Berichtigungen vom BSH oder von amtlichen Seekartenberichtigungsstellen durchgeführt. Deshalb musst du vor Gebrauch jeder Seekarte die noch gültigen P- und T-Nachrichten selbst ermitteln. Eine sauber gestempelte Karte kann also trotzdem eine gesperrte Fahrrinne verschweigen.
Das musst du für die SKS-Prüfung wissen
- Vor Reiseantritt sind Seekarten und Seebücher auf Vollständigkeit und Berichtigung auf den neuesten Stand zu prüfen.
- Deutsche Karten: Berichtigungsstempel des BSH oder einer amtlichen Seekartenberichtigungsstelle.
- Britische Karten: Berichtigungsstempel auf der Rückseite.
- P steht für preliminary, T für temporary; auf ihrer Grundlage wird amtlich nicht berichtigt, also selbst nachsehen.
- Die NfS erscheinen wöchentlich vom BSH, in Heftform und im Internet; für britische Karten außerhalb der NfS gelten die britischen Notices to Mariners.
Typische Fehler
- Dem Stempel allein vertrauen – P- und T-Nachrichten sind darin nicht enthalten.
- Bei britischen Karten vorn nach dem Stempel suchen und ihn für fehlend halten.
- Auf der Charteryacht ungeprüft davon ausgehen, der Kartensatz sei aktuell.
- Elektronische Karten für wartungsfrei halten – auch sie brauchen Updates.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Nachrichten für Seefahrer (NfS) | Die wöchentliche Quelle, aus der berichtigt wird – nicht das Verfahren selbst. |
| Bekanntmachungen für Seefahrer | Eigene Veröffentlichungsreihe mit anderem Zuschnitt und anderer Zuständigkeit. |
| Notices to Mariners | Das britische Gegenstück, maßgeblich für britische Karten. |
| Neuausgabe | Ersetzt die Karte vollständig, statt einzelne Änderungen einzutragen. |
Kurz gemerkt
Der Stempel sagt, bis wann berichtigt wurde – nicht, dass alles drinsteht. P wie preliminary, T wie temporary: Beide werden amtlich nicht eingearbeitet und müssen vor Gebrauch der Karte selbst ermittelt werden.
Häufige Fragen
Muss ich als Sportskipper wirklich selbst berichtigen?
Die Pflicht, mit vollständigen und berichtigten Unterlagen zu fahren, trifft den Schiffsführer. Viele kaufen fertig berichtigte Karten oder lassen sie bei einer Berichtigungsstelle aktualisieren. Stempel prüfen und gültige P- und T-Nachrichten nachsehen bleibt deine Aufgabe.
Was bedeutet der Zusatz N.T.M. auf britischen Karten?
N.T.M. steht für Notices to Mariners. Die Zahl dahinter ist die laufende Nummer der Mitteilung, die Jahreszahl das zugehörige Jahr. „Corrected up to N.T.M. 3595 1998″ heißt also, dass die Karte bis zur Mitteilung 3595 aus 1998 berichtigt ist – alles Spätere fehlt.
Fragen aus dem SKS-Fragenkatalog
- Was sind P-Nachrichten? Wie verfährt man mit diesen Nachrichten im Berichtigungsverfahren?
- Was sind T-Nachrichten? Wie verfährt man mit diesen Nachrichten im Berichtigungsverfahren?
- Woran erkennen Sie, bis wann eine deutsche Seekarte „amtlich“ berichtigt ist?
- Woran erkennen Sie, bis wann eine britische Seekarte „amtlich“ berichtigt ist?
- Was bedeutet der Stempel auf der britischen Seekarte: Corrected up to N.T.M. 3595 1998?
- Welche Unterlage steht Ihnen zur Verfügung zur Berichtigung von britischen Seekarten, die nicht von den NfS erfasst werden?
- Worauf müssen Sie als Schiffsführer vor Reiseantritt hinsichtlich der Seekarten und Seebücher achten?
- Wer gibt die Nachrichten für Seefahrer (NfS) heraus, und wie und wie oft erfolgt die Herausgabe?