Leitfeuer

Definition

Leitfeuer sind Einzelfeuer, die durch Sektoren verschiedener Farbe oder Kennung – Leit- oder Warnsektoren – im Allgemeinen ein Fahrwasser, eine Hafeneinfahrt oder einen freien Seeraum zwischen Untiefen bezeichnen.

Leitfeuer einfach erklärt

Ein Leitfeuer arbeitet mit einem einzigen Feuer, das je nach Blickrichtung anders aussieht. Der Sektor mit der sicheren Farbe oder Kennung markiert das befahrbare Wasser, die übrigen Sektoren warnen. Du musst also nur die Farbe deuten, die du gerade siehst – nicht zwei Punkte zur Deckung bringen wie beim Richtfeuer.

Damit hat das Leitfeuer einen praktischen Vorteil und einen Nachteil. Der Vorteil: Es genügt ein Blick, und du weißt, ob du richtig stehst. Der Nachteil: Innerhalb eines Sektors bekommst du keine Rückmeldung darüber, wo genau du dich befindest. Erst beim Wechsel der Farbe merkst du, dass du die Grenze erreicht hast.

So begegnen dir Leitfeuer an Bord

Entscheidend ist die Blickrichtung, und genau hier entsteht der klassische Denkfehler. Steht in der Seekarte etwa „rot 030 Grad bis 042 Grad“, sind damit die Peilungen zum Leuchtfeuer angegeben. Der Sektor selbst liegt also auf der Gegenseite.

  1. Sektorangabe aus der Karte entnehmen, im Beispiel rot 030 bis 042 Grad.
  2. Bewusst machen: Das sind Peilungen von deinem Schiff zum Feuer, nicht vom Feuer zu dir.
  3. Gegenpeilung bilden: 030 plus 180 ergibt 210 Grad, 042 plus 180 ergibt 222 Grad.
  4. Diese Werte liegen zwischen 180 und 270 Grad – der Sektor liegt damit im Südwest-Quadranten vom Feuer aus gesehen.
  5. In der Praxis zählt nur, welche Farbe du siehst: Wechselt sie, hast du die Sektorgrenze überfahren.

Diese Rechnung ist eine eigene Prüfungsfrage. Die Musterantwort lautet Südwest-Quadrant, und die Begründung steht ausdrücklich dabei: Angegeben sind die Peilungen zum Leuchtfeuer. Wer das überliest, landet im Nordost-Quadranten und damit auf der falschen Seite.

An Bord verhält es sich dagegen einfach. Du steuerst so, dass du im sicheren Sektor bleibst, und beobachtest die Farbe. Springt sie um, korrigierst du zurück. Nachts in einer engen Ansteuerung ist das die schnellste verfügbare Information – vorausgesetzt, du hast vorher in der Karte nachgesehen, welche Farbe wofür steht.

Das musst du für die SKS-Prüfung wissen

  • Leitfeuer sind Einzelfeuer mit Sektoren verschiedener Farbe oder Kennung, also Leit- oder Warnsektoren.
  • Sie bezeichnen im Allgemeinen ein Fahrwasser, eine Hafeneinfahrt oder einen freien Seeraum zwischen Untiefen.
  • Sektorangaben in der Seekarte sind Peilungen zum Leuchtfeuer – der Sektor liegt vom Feuer aus in der Gegenrichtung.
  • Beispiel: rot 030 bis 042 Grad bedeutet, dass der Warnsektor im Südwest-Quadranten liegt.
  • Angaben über die Merkmale der Schifffahrtszeichen findest du im Leuchtfeuerverzeichnis, auszugsweise in Seekarten sowie in der Karte 1/INT 1 des BSH.

Typische Fehler

  • Die Sektorangabe als Richtung vom Feuer aus lesen – gemeint ist die Peilung zum Feuer.
  • Leitfeuer und Richtfeuer verwechseln: ein Feuer mit Sektoren gegen zwei Feuer in Deckpeilung.
  • Sich innerhalb eines Sektors sicher wähnen, ohne die Position anderweitig zu kontrollieren.
  • Die Farbbedeutung erst im Dunkeln nachschlagen, statt sie vorher in der Karte zu prüfen.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

BegriffUnterschied
RichtfeuerZwei Feuer als Unter- und Oberfeuer in Deckpeilung – eine Linie statt Sektoren.
TorfeuerZwei Feuer gleicher Höhe, Lichtstärke und Kennung beiderseits der Fahrwasserachse.
KardinalzeichenMarkieren Gefahren nach Himmelsrichtung, führen aber nicht durch ein Fahrwasser.
SonderzeichenKennzeichnen besondere Gebiete; ihre Feuer sind, falls vorhanden, gelb.

Kurz gemerkt

Ein Feuer, mehrere Sektoren: Die Farbe sagt dir, ob du richtig stehst. Und die Gradangabe in der Karte ist die Peilung zum Feuer – der Sektor liegt in der Gegenrichtung.

Häufige Fragen

Warum liegt rot 030 bis 042 Grad im Südwest-Quadranten?

Weil die Angabe die Peilung von deinem Schiff zum Leuchtfeuer beschreibt. Peilst du das Feuer in 030 Grad, liegst du selbst südwestlich davon – die Gegenpeilung beträgt 210 Grad. Der Sektor erstreckt sich damit vom Feuer aus zwischen 210 und 222 Grad, also im Südwest-Quadranten.

Was ist der Unterschied zum Richtfeuer?

Ein Leitfeuer ist ein Einzelfeuer, das über Sektoren führt – du liest die Farbe. Ein Richtfeuer besteht aus Unter- und Oberfeuer in Deckpeilung; dort stehst du richtig, wenn beide senkrecht übereinander erscheinen. Beide bezeichnen Fahrwasser, Hafeneinfahrten oder freien Seeraum zwischen Untiefen, aber auf verschiedene Weise.

Fragen aus dem SKS-Fragenkatalog

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