Die Kleidkeule, auch Kleedkeule genannt (engl. serving mallet), ist ein traditionelles Werkzeug der Takler und Segelmacher, das beim Bekleeden (Umwickeln) von Tauwerk verwendet wird. Sie dient dazu, getränktes Garn (meist Teergarn) gleichmäßig, straff und in sauberen Rundtörns um ein Tau oder Drahtseil zu wickeln, um dieses vor mechanischer Abnutzung und Feuchtigkeit zu schützen.
Funktion und Anwendung
Die Kleidkeule hilft beim sogenannten Bekleiden von Enden – also dem Umwickeln besonders beanspruchter Stellen eines Taus mit Garn:
- Spleiße, Augen, Stropps oder Takelungen
- Wanten, Stage, Kauschen, Klampen und andere Kontaktpunkte
- Auch Stahlseile (z. B. stehendes Gut) werden teilweise bekleidet
Durch das Bekleiden wird die Lebensdauer des Materials verlängert und Scheuerstellen, wie sie durch Segel oder Reibung entstehen, werden verhindert.
Aufbau der Kleidkeule
- Hölzerner oder metallener Griff
- An einem Ende eine schwere, keulenartige Verdickung, meist mit Rille zur Garnführung
- Moderne Varianten besitzen eine integrierte Garnspule, um längere Strecken effizient zu bekleeden
Beim Umwickeln dient die Kleidkeule gleichzeitig als Gewicht (um Spannung zu erzeugen) und als Führungshilfe für den gleichmäßigen Törnverlauf.
Zusammenhang mit Takelarbeiten
Das Bekleeden ist Teil einer umfassenden traditionellen Technik im Umgang mit Tauwerk. Häufig erfolgt es in Kombination mit:
- Trensen (engl. worming): Füllen der Furchen (Keeps) zwischen den Kardeelen mit Garn
- Schmarten (engl. parcelling): Umwickeln mit Teerleinwand zur Abdichtung
- Bekleeden (engl. serving): Endgültiges Umwickeln mit Teergarn
Diese Techniken waren und sind entscheidend für die Wetterfestigkeit und Langlebigkeit von Tauwerk – besonders bei Takelungen aus Naturfasern oder bei klassischen Yachten.
Begriffsklärung
Obwohl der Begriff Kleidkeule/Kleedkeule im maritimen Sprachgebrauch regional auch scherzhaft für eine Nottoilette verwendet wird, ist er ursprünglich ein Fachbegriff aus der Taklerei. Die professionelle Bedeutung überwiegt in der historischen und handwerklichen Seemannschaft.
Zusammenfassung
Die Kleidkeule ist ein Werkzeug zum Bekleeden von Tauwerk – dem Umwickeln mit Teergarn zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Abrieb. Sie ist ein Symbol für handwerklich fundierte Seemannschaft, wird beim Trimmen, Takeln und bei der Instandhaltung traditioneller Riggteile verwendet und gehört zur Grundausstattung eines erfahrenen Taklers.