Kardinalzeichen einfach erklärt
Als Kardinalzeichen werden bestimmte Schifffahrtszeichen in der Schifffahrt bezeichnet. Sie markieren Gefahrenstellen wie Untiefen, Sandbänke oder andere Gefahren. Kardinalzeichen zeigen mit Toppzeichen und Farbe, auf welcher Seite eine Gefahrenstelle sicher passiert wird.
Anders als Lateralzeichen markieren sie keine Fahrwasserseite, sondern eine Richtung im Raum. Das macht sie überall dort nützlich, wo es kein durchgehendes Fahrwasser gibt.
Auf den Seeschifffahrtsstraßen sind sie für dich als Sportskipper besonders wichtig. Der Fragenkatalog nennt sie zusammen mit den Sonderzeichen für Sperrgebiete ausdrücklich als die Schifffahrtszeichen, die neben den Fahrwassertonnen für die Sportschifffahrt besondere Bedeutung haben – Kardinalzeichen stehen dort für allgemeine Gefahrenstellen.
So liest du ein Kardinalzeichen
Drei Merkmale gehören zusammen: die beiden schwarzen Kegel als Toppzeichen, die Anordnung von Schwarz und Gelb am Körper und die Kennung des Feuers.
- Nord: beide Kegelspitzen nach oben, schwarz über gelb. Das Feuer funkelt ununterbrochen.
- Ost: Kegel mit den Basen aneinander, schwarz-gelb-schwarz. Drei Funkel in der Gruppe.
- Süd: beide Kegelspitzen nach unten, gelb über schwarz. Sechs Funkel und ein langer Blitz.
- West: Kegelspitzen gegeneinander, gelb-schwarz-gelb. Neun Funkel in der Gruppe.
Die Toppzeichen sind der schnellste Zugang: Die Kegelspitzen zeigen bei Nord nach oben und bei Süd nach unten – wie die Himmelsrichtung auf der Karte. Ost und West merkst du dir über die Form dazwischen.
Für die Feuer hilft das Zifferblatt einer Uhr: Ost steht bei 3 Uhr und funkelt dreimal, Süd bei 6 Uhr und funkelt sechsmal, West bei 9 Uhr und funkelt neunmal. Nord liegt bei 12 – dort funkelt es durchgehend, weil sich zwölf Blitze nicht sinnvoll zählen ließen. Der lange Blitz beim Südzeichen dient dazu, sechs Funkel nicht mit neun zu verwechseln.
Das musst du für die SKS-Prüfung wissen
- Kardinalzeichen kennzeichnen allgemeine Gefahrenstellen und sind neben den Sonderzeichen für Sperrgebiete die für die Sportschifffahrt wichtigsten Zeichen neben den Fahrwassertonnen.
- Sie zeigen an, auf welcher Seite die Gefahr passiert wird – nicht, wo die Gefahr selbst liegt.
- Angaben über die Merkmale findest du im Leuchtfeuerverzeichnis, auszugsweise in Seekarten, in der Karte 1/INT 1 des BSH sowie für schwimmende Zeichen in der Anlage I zur SeeSchStrO.
- Kardinalzeichen tragen weiße Feuer; gelbe Feuer gehören zu Sonderzeichen.
- Lateralzeichen bezeichnen dagegen die Fahrwasserseiten.
Typische Fehler
- Das Zeichen als Ort der Gefahr lesen – es benennt die sichere Passierseite.
- Sechs und neun Funkel verwechseln; der lange Blitz beim Südzeichen ist genau dafür da.
- Nur auf die Farben achten, wenn die Toppzeichen bei Tage die schnellere Information sind.
- Kardinal- und Sonderzeichen vermischen: Weiße Funkelfeuer gehören zu Kardinalzeichen, gelbe zu Sonderzeichen.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Lateralzeichen | Bezeichnen die Fahrwasserseiten, nicht eine Himmelsrichtung. |
| Sonderzeichen | Gelb, für besondere Gebiete wie Sperrgebiete oder Reeden – keine Gefahrenrichtung. |
| Mittefahrwasserzeichen | Markiert die Fahrwassermitte oder eine Ansteuerung. |
| Einzelgefahrenzeichen | Liegt direkt über der Gefahr, statt eine Passierseite anzugeben. |
Fragen aus dem SKS-Fragenkatalog
- Neben den Fahrwassertonnen liegen weitere Schifffahrtszeichen aus, die für die Sportschifffahrt besonders wichtig sind. Welche sind das?
- Wo finden Sie Angaben über die Merkmale der Schifffahrtszeichen?
- Welche Farbe haben Feuer auf Sonderzeichen, wenn vorhanden?
- Welche Sonderzeichen kennzeichnen Sperrgebiete?
- Welche schwimmenden Schifffahrtszeichen werden in der britischen List of Lights und im deutschen Leuchtfeuerverzeichnis nicht angegeben?