Ein Gleichtaktfeuer ist ein Leuchtfeuer, bei dem Licht- und Dunkelphase gleich lang sind. In der Seezeichenkunde dient es der eindeutigen Identifizierung von Leuchttürmen oder festen Seezeichen anhand einer charakteristischen Lichtkennung.
Kennzeichnung
International wird das Gleichtaktfeuer mit Iso (für „Isophase“) abgekürzt. Der Begriff bedeutet, dass Licht- und Dunkelphase die gleiche Dauer haben.
Beispiel einer Kennung in der Seekarte:
- Iso 4s – ein Zyklus dauert 4 Sekunden, davon 2 Sekunden Licht und 2 Sekunden Dunkelheit
Kennungen anderer Leuchtfeuer
In der Leuchtfeuersystematik werden verschiedene Blinkrhythmen unterschieden:
- F – Festfeuer (dauerhaftes Licht)
- Fl – Blitzfeuer (kürzer als 2 Sekunden, Dunkelphase länger als Lichterscheinung)
- LFI – Langsames Blitzfeuer, Blinkfeuer, Lichtschein beträgt mindestens 2 Sekunden
- Q – Funkelfeuer (50-60 Blitze pro Minute)
- VQ – schnelles Funkelfeuer (100-120 Blitze pro Minute)
Je schneller die Blinkfrequenz, desto auffälliger wirkt das Feuer, insbesondere bei bewegtem Schiff oder Seegang.
Verwendung in der Praxis
Gleichtaktfeuer werden häufig bei:
- Leuchttürmen
- Hafeneinfahrten
- Fest installierten Seezeichen
Sie sind besonders gut zu erkennen, da der regelmäßige Rhythmus leicht wahrnehmbar ist.
Darstellung in der Seekarte
In der Seekarte werden neben der Kennung auch:
- Farbe des Lichtes (z. B. W = weiß, R = rot, G = grün)
- Tragweite in Seemeilen
- Höhe des Feuers über dem Meeresspiegel
angegeben. Diese Kombination ermöglicht die eindeutige Identifikation bei Nacht.
Relevanz für die SKS-Prüfung
Im Sportküstenschifferschein (SKS) gehört das Gleichtaktfeuer zur Seezeichenkunde. Prüflinge müssen Kennungen lesen, interpretieren und sicher von Blitz- oder Funkelfeuern unterscheiden können.
Das Gleichtaktfeuer ist damit ein Leuchtfeuer mit gleich langen Licht- und Dunkelphasen und ein wichtiges Orientierungsmerkmal in der Nachtfahrt.