SKS Schein Glossar
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Beidrehen

Beidrehen stoppt das Boot mit backem Vorsegel und gegenruderndem Ruder. Es ist eine sichere Warteposition zum Reffen und bei Starkwind. Häufig wird mit diesem Manöver das Schiff an den nächsten Prüfling in der praktischen Prüfung für den SKS-Schein übergeben.

Wirkprinzip beim Beidrehen

Beim Beidrehen arbeiten Vorsegel und Ruder gegeneinander: Das back stehende Vorsegel drückt den Bug von der Windseite weg, das Ruder versucht gleichzeitig, das Boot wieder in den Wind zu drehen. Daraus entsteht ein Gleichgewicht, in dem das Boot nur noch sehr langsam Fahrt macht und seitlich nach Lee versetzt.

Typisch ist ein leichter Vortrieb mit geringer Fahrt durchs Wasser, während die Drift einen ruhigen Bereich im Wasser erzeugen kann. In Welle und Starkwind wird dieser beruhigte Bereich oft als hilfreiche „glatte Stelle“ genutzt, um an Deck sicherer arbeiten zu können.

Beidrehen: Durchführung mit Slup-Takelung

Ausgangslage

Am einfachsten gelingt das Manöver aus dem Am-Wind-Kurs oder aus einem hoch am Wind gefahrenen Halbwindkurs. Es wird genügend Raum nach Lee benötigt, da das Boot während des Beidrehens abtreibt.

Manöverablauf in der Praxis

Das Boot wird wie zum Wenden eingeleitet, das Vorsegel bleibt dabei jedoch auf der alten Seite dichtgeholt und steht nach der Bugdurchgangsphase „back“. Das Großsegel wird anschließend gefiert, bis der Ruderdruck abnimmt und das Boot stabil in einem Winkel zum Wind liegen bleibt.

Das Ruder wird in der Regel leicht nach Lee gelegt und dort gehalten oder fixiert, bis sich ein ruhiger Zustand einstellt. Je nach Bootstyp, Segelgröße und Welle kann eine kleine Korrektur der Ruderstellung oder der Großschot nötig sein, bis das Boot weder zu stark abfällt noch wieder zu hoch an den Wind schießt.

Woran ein gelungenes Beidrehen erkennbar ist

Das Boot liegt mit gleichmäßigem Ruderdruck, geringer Krängung und deutlich reduzierter Geschwindigkeit. Die Segel stehen nicht „schön“ wie auf Fahrt, sondern wirken eher gebremst: Vorsegel back, Großsegel gefiert und nur noch leicht arbeitend.

Wofür Beidrehen genutzt wird

Reffen und Arbeiten an Deck

Beidrehen schafft Zeit und Ruhe, um Reffs sauber einzubinden, Schoten zu sortieren oder kleinere Störungen zu beheben. Die reduzierte Fahrt und die stabilere Lage verringern das Risiko von Stürzen und unkontrollierten Schlägen des Großbaums.

Starkwind und Seegangsmanagement

Bei zunehmendem Wind kann Beidrehen helfen, die Situation zu stabilisieren, Kräfte aus dem Rigg zu nehmen und die weitere Taktik zu planen. Es ersetzt keine Sturmstrategie, ist aber eine bewährte Zwischenmaßnahme, um das Boot zu beruhigen und Crew sowie Material zu schonen.

Mann-über-Bord im Zusammenhang mit dem Quick-Stop

In vielen Ausbildungskonzepten ist Beidrehen Teil des Quick-Stop-Manövers: Nach dem Ruf und Sichern der Sicht wird das Boot so gedreht, dass es kontrolliert zum Stillstand kommt und anschließend wieder an die über Bord gegangene Person herangeführt werden kann. Entscheidend bleibt, dass Abstand, Leelage und erneute Annäherung aktiv gesteuert werden.

Grenzen und Risiken

Beidrehen ist ungeeignet, wenn nach Lee zu wenig Raum vorhanden ist, etwa vor einer Leeküste, vor Flachs oder in einem stark befahrenen Fahrwasser. Auch in sehr steiler Welle kann ein Boot je nach Rumpfform und Segelplan unruhig werden oder zu stark vorwärts laufen.

Navigatorisch wichtig ist die laufende Kontrolle von Abdrift und Position, zum Beispiel per Peilung, Plotter oder durch regelmäßige Logbucheinträge. Sicherheitstechnisch gehören Ausguck, Kollisionsverhütung und gegebenenfalls Maschinenbereitschaft dazu, da „stehen bleiben“ auf See nie bedeutet, dass das Umfeld stehen bleibt.

Häufige Fehler beim Beidrehen

Ein typischer Fehler ist das Fieren des Vorsegels während der Wende, wodurch der backe Effekt verloren geht und das Boot wieder Fahrt aufnimmt. Ebenso führt ein zu dichtes Großsegel oft dazu, dass das Boot weiter beschleunigt und nicht in die stabile Lage findet.

Auch eine falsche oder zu starke Ruderlage kann das Boot aus dem Gleichgewicht bringen, sodass es pendelt oder wieder anluvt. In der Praxis hilft eine ruhige, schrittweise Trimmkorrektur: Groß etwas weiter auf, Ruderdruck prüfen, dann fein nachstellen.

Praxistipp für eine gelungenes Manöver

Während der Halse kann das Vorsegel besonders leicht dichtgeholt werden, da es für einen kurzen Moment drucklos ist. Damit sich anschließend ein stabiles Kräftegleichgewicht einstellen kann, ist es entscheidend, dass das Segel exakt auf Am-Wind-Kurs getrimmt ist.

Zeitgleich kann während der Drehung die Großschot gefiert werden. Der Baum schwingt dadurch kontrolliert auf die neue Seite über. Achtung: Immer auf die Köpfe der Crew achten.

Der Vorteil dieser Technik liegt darin, dass kaum zusätzliche Fahrt aufgenommen wird und das Großsegel nach dem Manöver bereits weit geöffnet steht.

Prüfungswissen SKS: Kurzmerksatz

Beidrehen bedeutet: Vorsegel back stehen lassen, Groß fieren, mit Ruder gegenhalten, bis das Boot mit wenig Fahrt stabil zum Wind liegt und nach Lee abtreibt. In der SKS-Praxis wird das Manöver vor allem als Sicherheits- und Arbeitsstellung abgefragt, inklusive der Anforderungen an ausreichenden Raum, Ausguck und Driftkontrolle.

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