Ankerleine

Die Ankerleine ist ein wichtiger Bestandteil der Ankerausrüstung auf Booten und Yachten. Sie verbindet den Anker mit dem Schiff und sorgt dafür, dass das Boot an Ort und Stelle gehalten wird. Je nach Einsatzzweck, Bootstyp und Revier (z. B. Binnengewässer vs. See) kann sie unterschiedlich ausgeführt sein.


Merkmale und Materialien

Ankerleinen bestehen in der Regel aus hochfestem, dehnungsfähigem Tauwerk, das gute Dämpfungseigenschaften besitzt. Gängige Materialien sind:

  • Polyamid (Nylon): besonders dehnfähig, dämpft Ruckbelastungen gut.
  • Polyester: weniger dehnbar, aber UV-beständiger.
  • Polypropylen: schwimmt auf dem Wasser, jedoch weniger abriebfest.

Aufbau einer typischen Ankerleine

  • Länge: Eine Faustregel ist mindestens die 5–7-fache Wassertiefe – bei viel Wind und Welle entsprechend mehr.
  • Durchmesser: Abhängig von Bootsgröße und Windkräften. Für kleinere Boote reichen oft 8–10 mm, größere Yachten benötigen stärkere Leinen.
  • Enden:
    • Am Anker: Meist mit eingespleißter Kausch und Schäkel verbunden.
    • Am Boot: Fest belegt oder durch eine Klampe geführt.

Ankerleine vs. Ankerkette

In der Seefahrt wird häufig auch eine Kombination aus Kette und Leine verwendet:

  • Vorteil der Kette: Hält den Zug flacher, was den Anker besser im Grund hält.
  • Vorteil der Leine: Leichter, einfacher zu verstauen, dämpft Stöße.

Man spricht dann auch von einer Kettenvorlaufleine (Kette am Anker, Leine danach).


Sicherheitsaspekte

  • Scheuerschutz: Bei steinigen Böden oder scharfkantigen Ufern kann ein Scheuerschlauch erforderlich sein.
  • Bruchlast prüfen: Die Ankerleine muss auf die Größe und das Gewicht des Bootes ausgelegt sein.
  • Kennzeichnung: Manche Ankerleinen sind meterweise markiert, um das Ausbringen zu kontrollieren.

Englischer Begriff

Der englische Begriff für Ankerleine ist anchor line oder anchor rode. Letzterer bezeichnet allgemein die gesamte Verbindung zwischen Anker und Boot – also Leine, Kette oder beides kombiniert.

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