Definition
Ein Taustropp ist ein kurzes Stück Tauwerk, meist mit gespleißten Augen oder Haken an den Enden, das als Verbindungsglied dient und sich im Notfall kappen lässt – an Bord vor allem zwischen dem bitteren Ende der Ankerkette und dem Schiff.
Taustropp einfach erklärt
Das Wort Stropp geht auf „Strupf“ für Knoten oder Schlinge zurück – verwandt mit unserer Strippe. Ein Stropp ist kein Knoten und keine Leine, sondern ein eigenständiges Bauteil, das man einschert, überlegt oder schäkelt. Ist er als geschlossene Endlosschlinge gearbeitet, spricht man vom Rundstropp.
Der Zusatz „Tau“ ist dabei keine Spielerei. Stropps gibt es auch aus Draht, Gurtband oder Hebematerial – erst „Taustropp“ stellt klar, dass klassisches Tauwerk gemeint ist. Und genau darauf kommt es an: Tauwerk ist elastischer als Draht und lässt sich in Sekunden durchtrennen. Überall dort, wo eine Verbindung tragen, sich aber notfalls sofort lösen soll, ist es die bessere Wahl. Neben der Ankerkette begegnet dir der Stropp beim Anschlagen von Blöcken an der Takelage und beim Sichern von Ausrüstung an Deck.

So begegnet dir der Taustropp an Bord
Du liegst in einer Bucht vor Anker, der Wind frischt auf und dreht ablandig auf die Felsen zu. Die Kette hat sich um einen Brocken gelegt und lässt sich nicht mehr einholen. Jetzt zählt, wie das bittere Ende der Kette im Kettenkasten befestigt ist.
- Ist die Kette dort direkt an einen Bolzen geschäkelt, kommst du in kurzer Zeit nicht los – das Werkzeug liegt tief unten im Vorschiff.
- Sitzt dagegen ein Taustropp zwischen Kette und Schiff, greifst du zum Messer und kappst ihn.
- Vorher setzt du eine Boje ans Kettenende, um Anker und Kette später wiederzufinden.
- Du fierst den Rest, kappst und fährst frei. Ankergeschirr verlierst du – das Schiff nicht.
Die zweite Alltagsanwendung erlebst du jede Nacht vor Anker: Ein Taustropp wird mit einem Kettenhaken in die ausgesteckte Kette gehängt und an einer Klampe belegt. Dann liegt der Zug auf dem dehnbaren Tauwerk statt auf der Ankerwinsch, das Rucken bei Schwell wird gedämpft, und das Kettenrasseln im Bugbeschlag hört auf.
Das musst du für die SKS-Prüfung wissen
- Die Ankerkette wird mit einem Taustropp am Schiff beziehungsweise im Kettenkasten befestigt, damit sie im Notfall schnell gekappt werden kann.
- Im Fragenkatalog steht der Taustropp auf Bogen 7 als Frage 30 – abgefragt wird die Nottrennbarkeit, nicht die Bauform.
- Eine Ankerleine wird nicht an den Anker geknotet, sondern gespleißt oder geschäkelt: Knoten setzen die Bruchlast deutlich herab, nach gängiger Lehrmeinung um bis zu die Hälfte.
- Als Ruckdämpfer entlastet der Stropp die Ankerwinsch, die auf Zug nicht dauerhaft belastet werden soll.
Typische Fehler
- Das bittere Ende direkt an den Kettenkasten schäkeln – im Ernstfall fehlt dir die Möglichkeit zu kappen.
- Den Stropp zu lang wählen, sodass die Kette bei voll ausgesteckter Länge über den Stropp zieht und ihn scheuert.
- Alterung übersehen: Tauwerk im feuchten, dunklen Kettenkasten verrottet unbemerkt und hält dann nicht mehr, was es soll.
- Kein Messer griffbereit an Deck – der beste Stropp hilft nicht, wenn du erst danach suchen musst.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Ankerleine | Trägt das Ankergeschirr über die volle Länge, während der Stropp nur ein kurzes Verbindungsglied ist. |
| Tauwerk | Oberbegriff für das Material; der Stropp ist ein daraus gefertigtes Bauteil. |
| Schäkel | Feste Verbindung aus Metall – hält gut, lässt sich aber nicht kappen. |
| Stropp allgemein | Kann auch aus Draht oder Gurtband sein; erst „Tau“ legt das Material fest. |
Kurz gemerkt
Der Taustropp ist die Sollbruchstelle mit Ansage: Er hält im Alltag und lässt sich im Notfall mit dem Messer kappen. Merksatz: Stahl hält, Tau lässt los.
Häufige Fragen
Wie lang sollte der Taustropp am bitteren Ende sein?
Lang genug, dass du ihn mit dem Messer erreichst, wenn die Kette voll ausgesteckt ist. Zu kurz heißt: Du kommst nicht dran. Zu lang heißt: Die Kette scheuert darüber. Schau auf einer Charteryacht vor dem Ablegen nach, wie es dort gelöst ist.
Warum wird die Ankerleine nicht an den Anker geknotet?
Jeder Knoten knickt die Fasern und schwächt die Leine erheblich. Für die dauerhafte Verbindung zum Anker nimmt man deshalb einen Spleiß mit Kausch oder einen gesicherten Schäkel. Beides trägt näher an der vollen Bruchlast der Leine.