Definition
Fetch ist die Windwirklänge: die Strecke über das Wasser, auf der der Wind Wellen aufbauen kann. Je länger der Fetch, desto höher kann sich der Seegang entwickeln.
Fetch einfach erklärt
Wind überträgt Energie auf die Wasseroberfläche und baut so Wellen auf. Je weiter er ungestört über das Wasser streicht, desto mehr Energie nimmt der Seegang auf. Diese Strecke heißt Fetch, im Deutschen Windwirklänge. Der Begriff stammt aus dem Englischen und wird in der Seemannssprache und im Seewetterbericht ohne Übersetzung benutzt.
Der Fetch erklärt, warum an einer Küste so unterschiedliche Verhältnisse herrschen. Weht der Wind vom Land aufs Wasser, ist die Strecke kurz. Weht er vom offenen Wasser zur Küste, ist sie lang. Neben dem Fetch beeinflussen auch Windstärke und Wirkdauer des Windes den Seegang.
So begegnet dir Fetch an Bord
Du segelst küstennah und vergleichst zwei Situationen:
- Ablandiger Wind: Der Fetch ist nur sehr kurz. Der Seegang ist nicht so hoch wie auf der freien See.
- Auflandiger Wind: Es ist genügend Fetch vorhanden. Der Seegang ist ähnlich ausgeprägt wie auf freier See.
- Wird das Wasser flacher oder liegen Untiefen im Weg, musst du zusätzlich mit Brechern und Grundseen rechnen.
Ein ruhig wirkendes Wasser dicht unter Land bei ablandigem Wind täuscht daher: Weiter draußen, wo der Fetch länger wird, baut sich der Seegang auf. Plane deshalb nicht nur nach dem Wasser, das du siehst.
Das musst du für die SKS-Prüfung wissen
- Fetch ist die Windwirklänge.
- Bei küstennahem Segeln mit ablandigem Wind ist der Seegang nicht so hoch wie auf freier See, weil der Fetch nur sehr kurz ist.
- Bei auflandigem Wind ist der Seegang ähnlich wie auf freier See, weil genügend Fetch vorhanden ist.
- Im flacher werdenden Wasser und über Untiefen musst du bei auflandigem Wind mit Brechern und Grundseen rechnen.
Typische Fehler
- Ablandigen Wind mit ruhiger See gleichsetzen: Der Seegang ist nur nahe der Küste klein, weiter draußen wächst er mit dem Fetch.
- Bei auflandigem Wind zu wenig Abstand halten: Der Seegang ist wie auf freier See, dazu kommen Brecher und Grundseen.
- Fetch mit der Entfernung zum Ziel verwechseln: Gemeint ist die Strecke, über die der Wind auf das Wasser wirkt.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
| Begriff | Unterschied |
|---|---|
| Auflandiger Wind | Weht vom Wasser zum Land; der Fetch ist lang, der Seegang ähnlich wie auf freier See. |
| Ablandiger Wind | Weht vom Land aufs Wasser; der Fetch ist an der Küste kurz, der Seegang kleiner. |
| Dünung | Seegang, der dem Windfeld vorausläuft; sie entsteht nicht durch den Fetch vor Ort. |
Kurz gemerkt
Fetch = Windwirklänge. Ablandig: kurzer Fetch, kleinerer Seegang. Auflandig: genug Fetch, Seegang wie auf freier See.
Häufige Fragen
Was bedeutet Fetch auf Deutsch?
Windwirklänge. Das ist die Strecke, auf der der Wind auf das Wasser einwirkt und Wellen aufbaut.
Warum ist der Seegang bei ablandigem Wind kleiner?
Weil der Fetch nur sehr kurz ist. Der Wind hat an der Küste keine lange Strecke, um Wellen aufzubauen.
Fragen aus dem SKS-Fragenkatalog
- Welchen Seegang müssen Sie erwarten, wenn Sie küstennah bei ablandigem Wind fahren?
- Welchen Seegang müssen Sie erwarten, wenn Sie küstennah bei auflandigem Wind fahren? Welche Gefahr besteht bezüglich der Entwicklung des Seegangs außerdem?
- Welche Faktoren können Länge und Höhe des Seegangs erheblich verändern?