Fahrt durchs Wasser (FdW)

Die Fahrt durchs Wasser (FdW) ist die Geschwindigkeit eines Schiffes relativ zum umgebenden Wasser. In der Navigation bildet sie die Grundlage für Stromberechnungen und die Konstruktion des Stromdreiecks, da sie unabhängig von Strömungseinflüssen gemessen wird.

Was bedeutet „relativ zum Wasser“?

Die Fahrt durchs Wasser beschreibt, wie schnell sich das Boot durch die Wassermasse bewegt – nicht über Grund. Befindet sich das Wasser selbst in Bewegung (z. B. durch Gezeitenstrom), wird das Boot zusätzlich versetzt. Dieser Versatz beeinflusst die Fahrt über Grund (FüG), nicht jedoch die Fahrt durchs Wasser.

Messung der Fahrt durchs Wasser

Die FdW wird üblicherweise mit einem Log gemessen. Moderne Yachten verwenden meist ein elektrisches Log mit Impeller (Paddelradgeber), das die Strömungsgeschwindigkeit des vorbeifließenden Wassers erfasst. Ältere oder klassische Verfahren nutzten die sogenannte Handlogge.

Wichtig: Das Log misst ausschließlich die Geschwindigkeit relativ zum Wasser – nicht die tatsächliche Geschwindigkeit über Grund.

Unterschied zur Fahrt über Grund

Die Abgrenzung ist für die Navigation entscheidend:

  • Fahrt durchs Wasser (FdW): Geschwindigkeit relativ zur Wassermasse.
  • Fahrt über Grund (FüG / SOG): Geschwindigkeit relativ zum Meeresboden bzw. zur Erdoberfläche.

Ohne Strom sind beide Werte identisch. Bei Strom entstehen Abweichungen:

  • Mitlaufender Strom → FüG größer als FdW
  • Gegenstrom → FüG kleiner als FdW

Beispiel aus der Praxis

Ein Segelboot läuft mit 6 kn Fahrt durchs Wasser. Setzt ein Gegenstrom von 2 kn ein, beträgt die Fahrt über Grund nur noch 4 kn. Läuft derselbe Strom in Fahrtrichtung, erhöht sich die Fahrt über Grund auf 8 kn – die FdW bleibt jedoch konstant bei 6 kn.

Bedeutung für Navigation und SKS-Schein

In der klassischen terrestrischen Navigation ist die Fahrt durchs Wasser eine zentrale Größe bei der Berechnung des Stromdreiecks. Zusammen mit dem gesteuerten Kurs bildet sie den Vektor „Bewegung durchs Wasser“, der mit dem Stromvektor kombiniert wird. Das Ergebnis ist der Kurs über Grund (KüG) und die Fahrt über Grund (FüG).

Für die SKS-Prüfung ist das Verständnis der Fahrt durchs Wasser essenziell, da viele Aufgaben zur Kursumrechnung und Stromberechnung auf dieser Unterscheidung beruhen. Wer FdW und FüG sauber trennt, beherrscht eine der wichtigsten Grundlagen der Küstennavigation.

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