SKS Schein Glossar
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Beschickung für Wind

Beschickung für Wind korrigiert Kurs oder Koppelort um windbedingte Abdrift. Sie hilft bei Kursplanung und Koppeln, um sicher frei von Gefahren zu bleiben und ist relevant für die Prüfung zum SKS-Schein.

Definition und nautischer Hintergrund

Unter Beschickung wird in der Navigation die rechnerische oder zeichnerische Berichtigung einer Kurs- oder Ortsangabe verstanden, um äußere Einflüsse zu berücksichtigen. Die Beschickung für Wind bezieht sich dabei auf die seitliche Versetzung eines Fahrzeugs durch Winddruck auf Rigg, Rumpf und Aufbauten, die als Abdrift oder Leeway wahrgenommen wird.

Die Abdrift entsteht, weil das Schiff nicht exakt in Richtung der Bugspitze durchs Wasser läuft, sondern abhängig von Windrichtung, Krängung, Segeltrimm und Unterwasserschiff nach Lee versetzt wird. Das Ergebnis ist ein Abdriftwinkel zwischen gesteuertem Kurs und tatsächlichem Weg durchs Wasser.

Praktische Anwendung an Bord

Beschickung bei der Kursplanung

In der Praxis wird „für Wind beschickt“, wenn ein geplanter Kurs oder eine Soll-Linie auf der Karte so angepasst wird, dass der tatsächliche Weg nicht auf die Leeseite ausweicht. Steuerlich bedeutet das: Es wird ins Luv „angelegt“, also etwas höher gegen den Wind gesteuert, damit die beabsichtigte Linie eingehalten wird.

Die Richtung der Korrektur folgt einem einfachen Prinzip: Abdrift geht nach Lee, die Beschickung erfolgt nach Luv. Kommt der Wind von Steuerbord, setzt das Schiff tendenziell nach Backbord ab, daher wird zur Kompensation nach Steuerbord korrigiert.

Beschickung beim Koppeln

Beim Koppeln (Dead Reckoning) wird vom letzten bekannten Ort aus die zurückgelegte Strecke mit Kurs und Fahrt fortgeschrieben, um einen Koppelort zu erhalten. Ohne Windbeschickung liegt dieser Koppelort bei Seitenwind häufig zu weit in Luv, weil die tatsächliche Bahn durchs Wasser leeseitig versetzt verläuft.

Die Windbeschickung ist besonders wichtig, wenn über längere Zeit ohne verlässliche Standlinien oder GNSS gefahren wird, etwa bei Nacht, in schlechter Sicht oder in Prüfungsaufgaben zur terrestrischen Navigation. Schon wenige Grad Abdrift können in Küstennähe zu relevanten Querfehlern führen.

Ermittlung des Abdriftwinkels

Der Abdriftwinkel lässt sich nicht exakt „aus dem Lehrbuch“ festlegen, sondern wird geschätzt oder beobachtet. Einflussgrößen sind unter anderem Windstärke, Am-Wind- oder Raumschotskurs, Krängung, Seegang, Kieltyp und Segeltrimm.

In der SKS-Praxis werden oft Richtwerte verwendet und bei Bedarf laufend angepasst. Eine Kontrolle ist möglich, indem der gesteuerte Kurs mit dem tatsächlichen Kurs über Grund verglichen wird, wobei Strom und Welle als weitere Ursachen für Abweichungen getrennt betrachtet werden müssen.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Beschickung für Wind vs. Beschickung für Strom

Die Beschickung für Strom korrigiert Kurs oder Ort um die Versetzung durch die Strömung (Set und Drift). Die Beschickung für Wind korrigiert um die seitliche Abdrift durchs Wasser, die aus Winddruck und hydrodynamischem Seitversatz resultiert.

In vielen Navigationsaufgaben werden beide Korrekturen kombiniert: Wind beeinflusst den Weg durchs Wasser, Strom beeinflusst zusätzlich den Weg über Grund. Wer die Begriffe sauber trennt, reduziert Rechen- und Vorzeichenfehler.

Abdrift, Leeway und Versatz

Abdrift oder Leeway beschreibt die leeseitige Bewegung relativ zum Wasser und wird häufig als Winkel angegeben. Versatz ist allgemeiner und kann sowohl Wind- als auch Stromeinflüsse oder Messdifferenzen meinen. Die Windbeschickung ist die konkrete Korrektur, die aus der Abdrift abgeleitet wird.

Typische Fehler und Prüfungsfallen (SKS)

Häufige Fehler sind eine Korrektur in die falsche Richtung, das Vermischen von Wind- und Stromversatz sowie das Arbeiten mit einem konstanten Abdriftwinkel trotz deutlich wechselnder Windstärke oder Krängung. Ebenfalls verbreitet ist, die Windbeschickung doppelt zu berücksichtigen, etwa einmal im Steuerkurs und zusätzlich nochmals beim Eintragen des Koppelorts.

Prüfungsrelevant ist vor allem das saubere Verständnis: Wind drückt nach Lee, beschickt wird nach Luv. Bei Aufgaben zur Kursbestimmung sollte klar begründet werden, warum der Steuerkurs höher gewählt wird als die beabsichtigte Linie.

Merksatz

Wind setzt nach Lee ab, beschickt wird nach Luv, damit Kurslinie und Koppelort nicht leeseitig „davonlaufen“.

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