Das Flaggenalphabet ist ein international standardisiertes System von Signalflaggen, bei dem jedem Buchstaben des Alphabets sowie den Ziffern 0 bis 9 eine spezifische Flagge zugeordnet ist. Es dient der visuellen Kommunikation auf See, insbesondere wenn Funk oder andere Mittel nicht zur Verfügung stehen.
Jede Buchstabenflagge hat dabei eine eindeutige Farbkombination und Form, sodass sie bei guter Sicht aus größerer Entfernung erkannt werden kann. Zusätzlich hat jede Flagge eine eigene Bedeutung – sogenannte Einzelflaggenbedeutung – die unabhängig vom jeweiligen Buchstaben verwendet werden kann. So steht beispielsweise die Flagge A (Alfa) für: „Ich habe Taucher im Wasser, halten Sie sicheren Abstand“.
Das Flaggenalphabet wird unter anderem bei folgenden Gelegenheiten verwendet:
- Zur Kennzeichnung von Situationen oder Warnungen (z. B. Taucher im Wasser, manövrierunfähig)
- Zum Buchstabieren von Namen oder Positionen, wenn kein Funkkontakt möglich ist
- In Kombination mit Zahlenflaggen, etwa zur Angabe von Kursen oder Uhrzeiten
Internationale Verständigung
Das Flaggenalphabet ist Teil des Internationalen Signalbuchs (International Code of Signals, ICS), das eine einheitliche Verständigung zwischen Schiffen aller Nationen ermöglicht. Es basiert auf der NATO-Phonetik, bei der jedem Buchstaben auch ein sprechbarer Name zugeordnet ist, wie z. B. „Bravo“, „Charlie“ oder „Foxtrot“.
Beispiele:
- C – Charlie: „Ja“ (Antwort: Zustimmung)
- N – November: „Nein“ (Antwort: Ablehnung)
- Q – Quebec: „Mein Schiff ist gesund, ich bitte um Freipass für den Hafen“
- W – Whiskey: „Ich benötige ärztliche Hilfe“
Bei regatta- oder ausbildungsbezogenen Situationen werden Flaggen auch zur Startsignalgebung oder Disziplinierung eingesetzt.
Merksatz (optional):
„Mit Flaggen spricht man auf See – sichtbar, international, eindeutig.“