Backbordbug

Definition

Backbordbug bezeichnet die Segelstellung, bei der das Großsegel über der Backbordseite steht; der Wind kommt dann von Steuerbord. Gegenüber einem Segler auf Steuerbordbug ist ein Fahrzeug auf Backbordbug in der Regel kurshaltepflichtig. Das Boot segelt auf der Backbordseite vom Bug.

Backbordbug einfach erklärt

Der Begriff beschreibt nicht den Kurs zum Wind, sondern die Seite, über der die Segel stehen. Segelst du am Wind, halb Wind oder raum – solange Großsegel und Großbaum nach Backbord ausgestellt sind und das Boot nach Backbord krängt, bist du auf Backbordbug. Erst eine Wende oder Halse bringt dich auf den anderen Bug.

Im Englischen heißt diese Lage starboard tack – benannt nach der Windseite statt nach der Segelseite. Deutscher Backbordbug und englischer port tack sind also nicht dasselbe, sondern genau umgekehrt.

Für die Ausweichregeln zählt juristisch der Wind, nicht das Segel. Die Kollisionsverhütungsregeln definieren die Luvseite als die Seite, die dem gesetzten Großsegel gegenüberliegt. Großbaum auf Backbord heißt demnach Luv an Steuerbord, also Wind von Steuerbord. Beide Betrachtungen führen normalerweise zum selben Ergebnis.

So begegnet dir Backbordbug an Bord

Ein Beispiel aus der Kieler Förde: Du kreuzt bei Wind aus Nord nach Norden aus. Auf dem einen Schlag zeigt dein Bug etwa 045 Grad rechtweisend, der Großbaum liegt auf Backbord, der Wind kommt von Steuerbord – Backbordbug. Voraus siehst du einen Segler, dessen Großsegel auf Steuerbord steht. Dieses Boot hat den Wind von Backbord, liegt auf Steuerbordbug und muss dir ausweichen.

  1. Schau dich um: Auf welcher Seite steht dein Großbaum?
  2. Der Wind kommt von der Gegenseite. Baum auf Backbord bedeutet Wind von Steuerbord – Backbordbug.
  3. Prüfe beim anderen Segler dasselbe, notfalls über die Krängung.
  4. Habt ihr den Wind von verschiedenen Seiten, weicht das Fahrzeug mit Wind von Backbord aus.
  5. Handle als Ausweichpflichtiger früh und deutlich erkennbar.

Das musst du für die SKS-Prüfung wissen

  • Backbordbug heißt Großsegel auf Backbord und Wind von Steuerbord – unabhängig vom Kurs zum Wind.
  • Als Luvseite gilt die Seite, die dem gesetzten Großsegel gegenüberliegt.
  • Haben zwei Segelfahrzeuge den Wind von verschiedenen Seiten, weicht das Fahrzeug mit Wind von Backbord aus.
  • Haben beide den Wind von derselben Seite, weicht das luvwärtige Fahrzeug dem leewärtigen aus.
  • Kannst du den Bug des anderen nachts nicht sicher erkennen, musst du als Fahrzeug mit Wind von Backbord ausweichen.

Typische Fehler

  • Backbordbug mit dem englischen port tack gleichsetzen – international ist Backbordbug der starboard tack, die Begriffe sind spiegelverkehrt.
  • Bug und Kurs zum Wind verwechseln: Auch auf Raumschotkurs bist du auf einem Bug, nicht nur am Wind.
  • Den Bugwechsel bei einer Halse übersehen – die Ausweichlage kippt in dem Moment, in dem der Baum überkommt.
  • Auf Wegerecht bestehen, statt einen Zusammenstoß zu verhüten – auch der Kurshalter muss handeln, wenn es eng wird.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

BegriffUnterschied
SteuerbordbugGroßsegel auf Steuerbord, Wind von Backbord – gegenüber Backbordbug in der Regel ausweichpflichtig.
BackbordBezeichnet nur die linke Schiffsseite in Fahrtrichtung, nicht die Windseite.
LuvDie Seite, von der der Wind kommt – bei Backbordbug ist das die Steuerbordseite.
Am-Wind-KursBeschreibt den Winkel zum Wind, nicht die Seite; man kann ihn auf beiden Bugen fahren.

Kurz gemerkt

Der Bug wird nach der Seite benannt, auf der das Großsegel steht. Baum auf Backbord bedeutet Wind von Steuerbord – Backbordbug, und damit Kurshaltepflicht. Merksatz: Backbordbug vor Steuerbordbug. Vorsicht bei englischen Crews: Dort heißt dieselbe Lage starboard tack.

Aus dem Regattasport kommt der Merksatz:
Links – bringt’s!
Dieser beschreibt die Stellung des Baumes zur Fahrtrichtung. Der Baum auf der linken, backbordseite – bringt Wegerecht und damit einen Vorteil gegenüber dem ausweichpflichtigen Boot.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich nachts den Bug eines anderen Seglers?

An den Seitenlichtern: Siehst du sein rotes Licht, blickst du auf seine Backbordseite. Auf welchem Bug er liegt, folgt daraus nicht. Kannst du es nicht sicher feststellen und hast selbst den Wind von Backbord, liegst du auf Steuerbordbug und musst ausweichen.

Gilt Backbordbug auch bei Vorwindkurs?

Ja. Solange der Großbaum nach Backbord ausgestellt ist, bist du auf Backbordbug. Genau vor dem Wind wird die Zuordnung unscharf, weil schon eine kleine Kursänderung den Baum überkommen lässt – deshalb ist der Vorwindkurs die heikelste Lage für die Bugbestimmung und zugleich die mit der größten Halsengefahr.

Warum rufen englische Crews „Starboard“, wenn ich Backbordbug fahre?

Weil beide Sprachen den Bug nach verschiedenen Bezugspunkten benennen. Der deutsche Backbordbug entspricht dem englischen starboard tack – dort zählt die Seite, von der der Wind kommt, bei uns die Seite, über der das Großsegel steht. Auf einer gemischtsprachigen Crew lohnt es sich, im Zweifel die Windseite auszusprechen statt den Bugnamen.

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