Als Überläufer bezeichnet man beim Segeln das Verheddern oder Übereinanderlegen einer Leine auf einer Winsch. Dabei legt sich eine Windung über eine andere und klemmt diese fest.
Einfache Erklärung
Ein Überläufer passiert, wenn beim Aufwinschen die Leine nicht sauber nebeneinander auf der Trommel läuft. Stattdessen springt sie auf die vorherige Lage und klemmt sich fest.
Vertiefung & Praxis
- Ein Überläufer entsteht häufig, wenn die Leine unter Zug steht und zu schnell oder unsauber belegt wird.
- Typische Situationen: beim Dichtholen von Schoten oder Fallen.
- Ein Überläufer blockiert die Leine – sie lässt sich weder fieren noch weiter dichtholen.
- Im Ernstfall kann das gefährlich werden, z. B. wenn ein Segel schnell gefiert werden müsste.
Vermeidung
- Leinen immer sauber und unter gleichmäßigem Zug auf die Winsch führen.
- Leine rechtzeitig nachführen und nicht zu viele Windungen legen (meist genügen 3–4).
- Crew anweisen, beim Winschen aufmerksam auf die Trommel zu schauen.
Behebung
- Druck von der Leine nehmen (z. B. kurz anluven oder das Segel entlasten).
- Mit einem Winschhebel oder Messer kann im Notfall nachgeholfen werden – letzteres ist aber eine absolute Notmaßnahme.
Prüfungsrelevanz
Der Begriff Überläufer taucht nicht direkt im SKS-Fragenkatalog auf, gehört aber zum praktischen Segelalltag. Prüfer:innen fragen in der Praxis häufig nach typischen Problemen beim Winschen.
Merktipp
👉 Stell dir die Winsch wie eine Schnurrolle vor: Wenn die Fäden kreuz und quer laufen, gibt es einen Knoten – genau das ist ein Überläufer.